Mein kunsttherapeutisches Konzept

Kunsttherapie ist eine praxisorientierte Therapieform, die sich der Materialien und Ausdrucksformen der bildenden Kunst bedient und mittels des künstlerischen Gestaltens und der schöpferischen Arbeit Zugang zur inneren Gefühlswelt ermöglicht. Meine kunsttherapeutische Vorgehensweise bezieht sich auf den kunst- bzw. kunstpädagogikbasierten Ansatz der Kunsttherapie, in Form eines ressourcen- und lösungsorientierten Prozesses, indem das künstlerisch-gestalterische Handeln, das Experimentieren mit unterschiedlichen Materialien und das ästhetische Erfahren selbst zur unmittelbaren Quelle von Wissen und Erkenntnis wird und neue Lösungsmöglichkeiten offenbart. Im Rahmen einer geschützten therapeutischen Beziehung begleite ich die Klienten in diesem Gestaltungsprozess,unterstütze sie, den erlebten Prozess zu reflektieren und betrachte zusammen mit ihnen das entstehende Werk. Die therapeutische Beziehung wird durch das gestaltete Werk bereichert, welches leichter als Worte Bedürfnisse, Gefühle und Wünsche sichtbar macht. Eine Interpretation des Arbeitsprozesses und des gestalteten Werkes wird nur durch und mit dem Klienten vorgenommen. Es handelt sich nicht um eine Bewertung des Werkes nach ästhetischen Maßstäben. Eine künstlerische Begabung oder Fähigkeit ist nicht erforderlich.

 

Kunsttherapie kann bei psychiatrischen und psychosomatischen Erkrankungen, wie zum Beispiel depressiven Episoden, Anpassungsstörungen, Angststörungen und Essstörungen oder bei Krebserkrankungen und Demenz unterstützend eingesetzt werden. Darüber hinaus kann sie für die persönliche Entwicklung, Selbstwahrnehmung, Entspannung, Ressourcenaktivierung, Konfliktverarbeitung und Stressbewältigung sinnvoll eingesetzt werden. Kunsttherapie ist ein komplementäres Angebot zu klassischer medizinischer Versorgung.Sie ersetzt keine ärztliche Behandlung und Psychotherapie. Bei Vorliegen einer psychischen Erkrankung ist Kunsttherapie als Begleitung zu verordneter Psychotherapie und unter Absprache mit den behandelnden Personen möglich.

 

Der Schwerpunkt meiner kunsttherapeutischen Arbeit liegt auf dem Gebiet der Onkologie und den Lebensverunsicherungen und -veränderungen, die eine Krebserkrankung mit sich bringt, sowie die Krankheitsverarbeitung. Neben entsprechenden Weiterbildungen in diesem Bereich und jahrelanger Begleitung an Krebs erkrankten Menschen als Angehörige hat mir vor allem meine eigene Erfahrung als Krebspatientin die Möglichkeiten und Wirkungen des Kunstschaffens bei dieser Erkrankung deutlich gemacht. Die Diagnose Krebs und damit verbundene existenzielle Ängste sowie die Folgen der medizinischen Behandlungen beeinträchtigen stark das Leben der Patienten. Eine ressourcenorientierte Kunsttherapie kann die Krankheitsverarbeitung unterstützen, das Autonomieerlebens stärken, Handlungsspielräume eröffnen und somit zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen.